Frankfurter Wiegenlieder
20.02.2012
Projekt „Frankfurter Wiegenlieder“ mit Renan Demirkan verbindet am 31. März 2012 Nachtmusik mit Geschichten von häuslicher Gewalt
„Von der Sehnsucht nach Ruhe und Schlaf – musikalisches Nachtstück gegen häusliche Gewalt“ – so lautet das Motto der „Frankfurter Wiegenlieder“, die am Samstag, dem 31. März 2012, um 20 Uhr in der Frankfurter Matthäuskirche (Friedrich Ebert Anlage 33, 60327 Frankfurt am Main) aufgeführt werden. Das kulturell-karitative Projekt ist eine Kooperation von Diakonischem Werk für Frankfurt am Main und Evangelischer Hoffnungsgemeinde. Renan Demirkan wird dabei als Sprecherin mitwirken. Die bekannte Schauspielerin und Autorin verzichtet auf einen großen Teil ihrer Gage und unterstützt so die Arbeit mit obdachlosen und von Gewalt bedrohten Frauen im Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt am Alfred-Brehm-Platz. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung haben die Pröpstin für Rhein-Main, Gabriele Scherle, sowie das Frauendezernat der Stadt Frankfurt übernommen.
An kaum einem Ort ist die Sehnsucht nach Ruhe und Schlaf tiefer als in einem Haus, in dem Frauen nach traumatischen Erfahrungen häuslicher Gewalt ein besseres, gewaltfreies Leben suchen. Zu allen Sorgen gesellt sich bei vielen Frauen zermürbende Schlaflosigkeit. Der Journalist und Sozialarbeiter Stefan Weiller hatte im Rahmen der „Frankfurter Wiegenlieder“ Begegnungen mit Bewohnerinnen im Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt. Die Erfahrungen und Gespräche fließen nun – mit Einverständnis der Frauen – in das Kunstprojekt ein. Sieben ruhelose Geschichten aus dem Zentrum für Frauen treffen in einem durchkomponierten „Nachtstück“ auf Lieder und Texte zum Thema Schlaf.
Neben Chor und Quartett werden auch Sopran und Mezzosopran zu Harfe, Klavier und Schlagzeug zu hören sein. Renan Demirkan gibt als Sprecherin den Texten eine Stimme. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Arbeit des Zentrums für Frauen wird gebeten. Das Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt am Alfred-Brehm Platz hält qualifizierte Hilfeangebote für wohnungslose Frauen und Frauen in vielfältigen Notlagen bereit – unter anderem einen Tagestreff, ein Übergangswohnhaus mit Notbetten sowie eine Beratungsstelle. Mit dem Kunstprojekt, das die Herausforderungen des Alltags mit Musik der Nacht verbindet, soll zudem das Rede-Tabu, das immer noch über dem Thema häusliche Gewalt liegt, aufgebrochen werden.